mittlerer Werkdienst im Justizvollzug

Aufgabenbeschreibung

Berufsausbildung und Gefangenenarbeit sind wesentliche Resozialisierungsfaktoren. Sie sollen im Rahmen des Vollzugsplanes die Fähigkeiten für eine Erwerbstätigkeit nach der Entlassung fördern oder erhalten. Die berufliche Wiedereingliederung der Gefangenen nach der Entlassung ist das vorrangige Unternehmensziel des Landesbetriebs Vollzugliches Arbeitswesen (VAW).

In den Justizvollzugsanstalten wird Gefangenen durch ein breitgefächertes Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten die Chance gegeben, einen qualifizierten Berufsabschluss oder eine Grund- bzw. Teilqualifikation bis zum Zeitpunkt ihrer Entlassung zu erreichen. So wird etwa im Metallbereich die Ausbildung zum Dreher, Fräser, Schlosser oder Schweißer angeboten. Weitere Sparten sind der Elektro-, Kfz- und Bausektor. Auch im Bereich der Eigenversorgung der Anstalten können die Gefangenen eine Ausbildung zum Koch, Metzger oder Bäcker durchlaufen. Als weitere Bereiche sind die Schreinereien, Druckereien und Buchbindereien mit den dort erlernbaren Ausbildungsberufen zu nennen. Im Rahmen des dualen Bildungssystems erfolgt die praktische Ausbildung in den Ausbildungsbetrieben der Anstalten unter Anleitung durch besonders qualifizierte Handwerks- und Industriemeister des mittleren Werkdienstes im Justizvollzug.

Ein weiterer Schwerpunktbereich für die Tätigkeit der Werkbeamten ist die Leitung der vorwiegend handwerklich ausgerichteten Eigenbetriebe wie Schreinereien, Schlossereien, Druckereien, Buchbindereien, Schuhmachereien und der gesamte Bau-, Gärtnerei- und Landwirtschaftsbereich.

In Unternehmerbetrieben werden mit unternehmereigenen oder gemieteten Betriebsmitteln Erzeugnisse hergestellt oder Leistungen erbracht, die der Unternehmer im eigenen Fertigungsbetrieb weiterverarbeitet oder direkt ab Vollzugsanstalt auf den Markt bringt. Die vielfältigen Unternehmerbetriebstätigkeiten gehen von Sortier- und Abpackarbeiten bis zur kompletten Herstellung von Kabeltrommeln u.v.m.


Ausbildung und Einstellungsvoraussetzungen

Neben den Einstellungsvoraussetzungen des mittleren Vollzugsdienstes im Justizvollzug (dort unter Bewerbungsverfahren nachzulesen) wird zusätzlich der Nachweis der Meisterprüfung gefordert. Von der Meisterprüfung kann abgesehen werden, wenn die Bewerberin oder der Bewerber die Gesellenprüfung bestanden hat, eine fachspezifische praktische Tätigkeit nach Beendigung der Ausbildungszeit von mindestens drei Jahren ausgeübt hat und zur selbstständigen Wahrnehmung von Aufgaben ihres oder seines Fachbereichs geeignet und befähigt erscheint.
Wie im mittleren Vollzugsdienst im Jusitzvollzug durchlaufen die Anwärterinnen und Anwärter einen dreimonatigen Einführungslehrgang und vor der Laufbahnprüfung einen fünfmonatigen Abschlusslehrgang. Während des 18 Monate dauernden Vorbereitungsdienstes werden sie einen Monat in eine externe Einrichtung überwiesen, z.B. in eine beschützende Einrichtung.
Beförderungsmöglichkeiten bestehen in herausgehobener Funktion als Werkdienstleiter/in bis zum Spitzenamt der Besoldungsgruppe A 11. Meister und Techniker erhalten eine Zulage.


Laufbahnbeschreibung

Mit der Einstellung werden Sie zur Oberwerkmeisteranwärterin/zum Oberwerkmeisteranwärter ernannt. Den Vorbereitungsdienst absolvieren Sie damit im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Die bestandene Laufbahnprüfung ist Voraussetzung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe als Oberwerkmeister/in (Besoldungsgruppe A 7).

Die Probezeit dauert in der Regel drei Jahre und kann bei bestimmten Leistungen abgekürzt werden. Wenn die Probezeit erfolgreich absolviert ist, erfolgt die Verbeamtung auf Lebenszeit. Abhängig von Leistung und Stellensituation gibt es folgende Beförderungsmöglichkeiten:

  • Hauptwerkmeister/in (Besoldungsgruppe A 8)
  • Betriebsinspektor/in (Besoldungsgruppe A 9)
  • Betriebsinspektor/in mit Amtszulage (Besoldungsgruppe A 9 mit Amtszulage)

Beförderungsmöglichkeiten bestehen in herausgehobener Funktion als Werkdienstleiter/in bis zum Spitzenamt der Besoldungsgruppe A 11.


Besoldung

Mit Beginn Ihrer Ausbildung stehen Sie als Beamtin/Beamter auf der Gehaltsliste des Landes Baden-Württemberg.

Ihre Anwärterbezüge richten sich nach Alter und Familienstand. Sie erhalten z.B. als

  • 23-jährige/r Ledige/r im ersten Ausbildungsjahr ca. 1.650,- Euro
  • 27-jährige/r Verheiratete/r im zweiten Ausbildungsjahr ca. 1.850,- Euro

Weiter erhalten Sie die im im öffentlichen Dienst üblichen Sozialleistungen, z. B. Beihilfe und Unfallfürsorge. Die Qualifikation des Meisters bzw. des Technikers wird mit einer Zulage vergütet.

Ausgebildete Beamte erhalten folgende Bruttogehälter:

  • im Meisterberuf eingesetzte/r Oberwerkmeister/in, Erfahrungsstufe 3, verh., 1 Kind: 2.690,- Euro
  • Hauptwerkmeister/in, Erfahrungsstufe 6, verh., 2 Kinder: 3.150,- Euro
  • Betriebsinspektor/in, Erfahrungsstufe 10, verh., 2 Kinder: 3.680,- Euro

Die aufgeführten Gehaltsbeträge sind Richtwerte mit Stand Mai 2015 und hängen insbesondere von Ihrer Qualifikation und dem Vorliegen von für die Verwendung förderlichen Vortätigkeiten ab. Genaue Bruttogehälter und den genauen Umfang der gewährten Sozialleistungen nennt Ihnen die Justizvollzugsanstalt Ihrer Wahl gerne.

Zur Berechnung Ihres Nettogehaltes ist wichtig zu wissen, dass Ihnen als Beamtin/Beamter keine Renten- (9,35%), Kranken- (7,3%), Arbeitslosen- (1,5%) und Pflegeversicherungsbeiträge (1,175%) in Abzug gebracht werden.


Bewerbungsverfahren

Das Bewerbungsvefahren entspricht dem des mittleren Vollzugsdienstes im Justizvollzug (dort unter Bewerbungsverfahren nachzulesen).

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