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Grußwort zum Fortbildungsprogramm 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen in der baden-württembergischen Justiz,

ich freue mich, Ihnen das Fortbildungsprogramm der baden-württembergischen Justiz für das Jahr 2022 vorstellen zu dürfen. 

Seit Beginn der Pandemie haben wir unsere digitalen Angebote im Fortbildungsbereich weiter ausgebaut. Wir haben nunmehr weit über 100 Onlinefortbildungen in unseren digitalen Fortbildungsräumen veranstaltet. Daneben haben wir 2021 auch E-Learning-Angebote sowie Kombinationen aus Online- und Präsenzanteilen („Blended Learning“) für die baden-württembergische Justiz pilotiert und wollen dieses Angebot weiter ausbauen. Wir wissen um den Wert von Präsenzveranstaltungen, sehen aber gleichzeitig die positiven Effekte von Onlineangeboten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Integration von Fortbildungen in den beruflichen Alltag. Die im ersten Halbjahr durchgeführte Erhebung des Fortbildungsbedarfs in der Praxis hat uns bestärkt, künftig auf ein Nebeneinander von Präsenz- und Onlineangeboten zu setzen. Zu diesem Zweck werden wir 2022 auch unsere Justizakademie in Schwetzingen technisch aufwerten, um die Zuschaltung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern oder Referentinnen und Referenten bei einzelnen Veranstaltungen („Hybridformate“) in guter Qualität ermöglichen zu können.

Inhaltlich möchten wir im Jahr 2022 auch vor dem Hintergrund der jüngsten Änderungen im GVG weiterhin ein besonderes Augenmerk auf das Familienrecht legen. Neben unserer bewährten Modulreihe für neu im Familienrecht tätige Richterinnen und Richtern haben wir auch verschiedene Angebote für erfahrenere Kolleginnen und Kollegen aufgenommen. Mit dem Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder gelten ab 2022 auch besondere Anforderungen für Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte. Wir haben hierauf reagiert und unser Angebot im Bereich des Jugendstrafrechts weiter ausgebaut. Neben den bewährten Veranstaltungen zur „Einführung in das Jugendstrafrecht“ sowie Tagungen zur aktuellen Rechtsprechung zum Jugendstrafrecht und der Veranstaltung „Die Anhörung von Kindern im Strafverfahren“ werden wir ab 2022 zudem eine neue Veranstaltung „Kriminologie und interdisziplinäre Kompetenzen im Jugendstrafrecht“ anbieten, die den Anforderungen des § 37 Abs. 1 JGG nachempfunden ist. Auch die Deutsche Richterakademie wird ab 2022 zweimal jährlich eine digitale Tagung ohne Teilnehmerbegrenzung durchführen, die gezielt die Anforderungen des Gesetzes aufgreift.

Daneben beinhaltet unser Fortbildungsangebot für den höheren Dienst im Jahr 2022 zahlreiche weitere Fachtagungen in den einzelnen Rechtsgebieten. Im Bereich des Zivilrechts werden neue Veranstaltungen zu virtuellen Gerichtsverhandlungen sowie einige neue Vertiefungsfortbildungen zum materiellen Zivilrecht oder dem Zivilprozessrecht sowie zu Vergleichsstrategien angeboten. Bei den strafrechtlichen Fachtagungen sind neben den bewährten Angeboten wie den Kontakttreffen zwischen Justiz und Polizei, die dem wichtigen Erfahrungsaustausch dienen, und bewährten Fachtagungen u.a. auch eine neue Veranstaltung zu strafrechtlichen Großveranstaltungen geplant. Auch unser Angebot für Pressesprecherinnen und Pressesprecher haben wir ausgeweitet, um die Öffentlichkeitsarbeit der Justiz weiter zu verbessern.

Bei der Rechtspflegerfortbildung werden im fachlichen Bereich die Schwerpunkte entsprechend dem Ergebnis der Bedarfsabfrage auch weiterhin auf Fachtagungen im Bereich des Grundbuch-, Nachlass- und Betreuungsrechts sowie auf Veranstaltungen zum internationalen und europäischen Recht liegen. Daneben werden im kommenden Jahr neue Veranstaltungen zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts sowie aufgrund der hohen Nachfrage nochmals zum WEMoG angeboten. 

Die stets sehr stark nachgefragten verhaltensorientierten Tagungen bleiben, zum Teil mit variierter Schwerpunktsetzung, im Fortbildungsangebot enthalten. 

Ich freue mich darüber, dass das Fortbildungsangebot – gleich ob digital oder in Präsenz – bei Ihnen so großen Zuspruch findet. Durch Ihre hohe Fortbildungsbereitschaft und Ihr Interesse am kollegialen Austausch tragen Sie zur hohen Qualität der baden-württembergischen Justiz bei. Ich möchte Sie daher ermuntern, das Fortbildungsangebot weiterhin rege zu nutzen und sich regelmäßig auf unserer Internetseite zu informieren. Sofern Sie Anregungen haben, zögern Sie bitte nicht, sich an das Fortbildungsreferat des Ministeriums zu wenden.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die als Referentin oder Referent, als Tagungsleiterin oder Tagungsleiter oder als Fortbildungsbeauftragte vor Ort an der erfolgreichen Gestaltung und Umsetzung des Fortbildungsprogramms mitgewirkt haben und künftig mitwirken werden. Nur durch Ihr großes Engagement gelingt es uns, Jahr für Jahr ein so breites und umfangreiches Fortbildungsportfolio anbieten zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Marion Gentges MdL
Ministerin der Justiz und für Migration Baden-Württemberg

 

 

 

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