Tourismustag 2020


„Man ist, was man isst“ – dieser Satz, den wir bereits in Kindheitstagen hörten, scheint in den letzten Jahren eine Wandlung zu erfahren. Denn: Können wir heute noch ohne schlechtes Gewissen essen? Oder sind wir nicht alle damit beschäftigt, nachzuvollziehen, ob das Gericht auf unserem Teller regional und Bio ist? Ob unsere Mahlzeit in den Essensplan passt, den uns die Fitness- und Nahrungsergänzungsmittelindustrie als Weg ins Glück verspricht. Suchen wir nicht unentwegt nach neuen Superlativen?

Essen wird zum neuen Statussymbol – obwohl zunehmend die Küchen in den deutschen Haushalten kalt bleiben. Früher war der Esstisch ein Treffpunkt für die Familie. Hier konnte man sein und genießen – und heute? Genießen wir überhaupt noch? Oder müssen wir den Begriff Genießen auch neu definieren? Lunch-Breaks werden mit dem Handy am Ohr und vor dem Computer verbracht. Schnell ein Brötchen zwischen Tür und Angel, um etwas Zeit zu sparen. Aber ist die Zeit nicht besser angelegt, wenn wir uns stärken und unseren eigenen Akku aufladen?

Tun wir uns einen Gefallen und legen das Smartphone beim Mittagessen zur Seite, konzentrieren wir uns bewusst auf das Essen und aktivieren dabei unsere fünf Sinne. Machen wir einen kleinen Spaziergang mit bewussten Schritten an der frischen Luft und führen wir echte Gespräche mit der Familie und Freunden. Lassen wir uns vom Essen, Orten, Bewegungen, Musik und von der Natur inspirieren. Diese Aspekte greifen Trends wie das Waldbaden auf: Entspannung durch den Aufenthalt im Wald. Hierbei wird die Umgebung bewusst wahrgenommen und zum Genuss. Inspiration erfolgt dabei durch Gerüche und Geräusche, die klare Luft und die Sonne.

Die Landschaft Baden-Württembergs ist vielschichtig und regt an, auf Entdeckungstour zu gehen. Baden-Württemberg steht bereits jetzt für Genuss und Wohlfühlatmosphäre. Die Kur- und Erholungsorte in Baden-Württemberg sind für eine „Flucht aus dem Alltag" bestens geeignet. Hier steht das bewusste Genießen der Schätze der Natur im Mittelpunkt. Eine Oase im Alltag.

All diese Entwicklungen stellen die Tourismuswirtschaft in Baden-Württemberg vor neue Herausforderungen. Frau Hanni Rützler, Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrendforscherin, wird die Grundbedeutung von Genuss beleuchten – eine Rückbesinnung auf das Wesentliche in einer Welt voller Angebote. Sie widmet sich der Frage: Welche Bedürfnisse und Wünsche stecken hinter den Trends. Heute wissen wir, dass die richtige Ernährung Körper und Seele stärkt. Wir denken jedoch oft gar nicht mehr darüber nach, was uns schmeckt, weil wir uns mehr danach richten, ob ein Nahrungsmittel gesund ist, wie wir schlank bleiben, was wir überhaupt essen dürfen. Für unser körperliches Wohl und seelisches Gleichgewicht ist es erwiesenermaßen gut, Essen und Trinken bewusst zu genießen.

Lassen Sie sich im weiteren Verlauf des Tourismustages von den Schätzen und Highlights der Kur- und Erholungsorten in Baden-Württembergs inspirieren. Begeben sich auf eine Entdeckungsreise nach schlummernden Potentialen – vielleicht in Ihrer Gemeinde oder in Ihrem Betrieb. Lernen Sie neue Geschäftsideen mit dem Ansatz „Thinking outside the box“ kennen. Hierzu bieten wir Ihnen eine Kocholympiade, Gänseblümchen, die nicht im Blumenkranz, sondern auf dem Teller landen und eine Konkurrenz, die einen Ort belebt und nicht lähmt – es ist alles eine Sache der Perspektive.

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